#2 Projectory

Die letzten zwei Wochen hatte ich die grosse Freude, mit Joana Hermes zusammen zu arbeiten und die Recherche mit Bewegung und Projektion fortzuführen. Joana ist Studentin an der ZHDK und studiert dort zeitgenössischen Tanz. Sie ist in ihrem dritten Studienjahr und absolviert für ihr Studium zurZeit ein Praktikum bei mir. 

Raster und StreifenBilder und Text von Joana Hermes


Wir arbeiten mit zwei Projektionen: Raster und Streifen. Unser Ziel für die Rasterprojektion ist, die Linien zu einem welligen Bewegen zu bringen, wir nennen es den Schwimmbad-Effekt. Es geht also primär nicht nur um die Bewegung selbst, sondern darum was die Bewegung mit oder in der Projektion auslöst. Ich denke, die Bewegungen, die ohne Projektion gut funktionieren, lösen in den Mustern nichts aus. Das gibt mir ein ganz anderes Gefühl beim Improvisieren, weil ich mir vorstelle, wie mein Tanz in dieser chiffrierten Form von aussen aussieht. Normalerweise improvisiere ich, ohne dabei viel nachzudenken. Deshalb ist es für mich sehr spannend unter diesen Umständen zu Improvisieren. Der Winkel des Projektors und die Platzierung unserer Körper müssen exakt sein, damit der Schwimmbadeffekt entsteht. Im falschen Winkel oder Abstand bilden sich die gewünschten Effekte nicht so richtig. Wir haben herausgefunden das der Schwimmbad-Effekt vor allem bei runden, leicht diagonalen und langsamen Bewegungen erfolgt. Bei den Streifen ist das Gegenteil fällig. Es funktionieren hauptsächlich Pausen, lineare Bewegungen und das Spielen mit dem Frame. Ich freue mich auf alle weiteren Researchs und was wir dabei herausfinden werden!

….und hier noch ein paar Gedanken von mir:

Ich sehe mich meistens nicht, wenn ich mich bewege. Das Video ist deshalb oft das einzige Feedback das ich habe zu meinem Material. Das Video verändert jedoch das Material bereits. Es macht es z.B. flacher (zweidimensional) und eingerahmter. Oft schaue ich mir die Aufnahmen deshalb mit Musik an. Mit der richtigen Musik kommt wieder mehr Raum, mehr Tiefe hinein, und ich sehe wieder, was ich von meinem Material möchte. Ich erhalte eine Ahnung von der Identität dieses “Stücks”. Eine solche Ahnung bescherte mir die Vignette #21 In A State der wunderbaren Komponistin und Pianistin Anicia Kohler , welche perfekt zu unseren Improvisationen im 2. Video zusammenpasst.

Eine grundlegende Entscheidung, die wir immer wieder fällen müssen diese Tage: Geht es jetzt darum, dass wir ein cooles Video drehen, oder geht es darum, fest zu halten, wie wir es gerne live zeigen würden. Wenn es um das Medium Video geht, würde man ja anders filmen. Vielmehr bewegte Kamera, Nahaufnahmen etc. Da ich mich zurZeit mehr für die Entwicklung einer Live Performance interessiere, sind die Aufnahmen als Dokumentation davon zu verstehen.

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